Tote V?gel R?tsel um Massensterben der Blaumeisen gel?st - wie Sie jetzt helfen k?nnen

Seit Wochen melden Beobachter erkrankte Blaumeisen, viele sterben an einer Lungenentzündung. Neue Untersuchungen zeigen jetzt: Verantwortlich ist ein Bakterium, das 2018 zum ersten Mal in Deutschland aufgetreten ist. Der Nabu bittet um Mithilfe der Bev?lkerung
Blaumeise

Das Bakterium Suttonella ornithocola t?tet seit Wochen massenhaft Blaumeisen in Deutschland. Wie stark die Best?nde tats?chlich betroffen sind, k?nnen Ornithologen bisher schwer absch?tzen

Die Blaumeisen reagieren kaum, wenn Menschen sich ihnen n?hern; sie sind aufgeplustert, manchen verkleben die Federn, andere k?nnen ihre Augen kaum offenhalten, viele schnappen nach Luft. ?V?gel zeigen solche Krankheitssymptome erst offen, wenn es ihnen wirklich schlecht geht“, sagt Lars Lachmann, Vogelschutzexperte des Naturschutzbunds (Nabu). ?Das ist ein Schutzmechanismus, sie wollen nicht, dass man ihnen ansieht, dass sie schwach sind. So w?ren sie eine offensichtlich leichte Beute für Greifv?gel.“

Nachdem beinahe zeitgleich aus verschiedenen Regionen Deutschlands erkrankte und tote V?gel gemeldet wurden, startete der NABU am 9. April einen bundesweiten Aufruf, Bürger sollten ihre Beobachtungen teilen. Und der Anfangsverdacht best?tige sich: Innerhalb von zw?lf Tagen wurden dem NABU allein 26.000 V?gel gemeldet, die das Krankheitsbild aufweisen, hinzu kommen F?lle aus Belgien und Luxemburg.

Das Bakterium Suttonella ornithocola t?tet fast ausschlie?lich kleine Meisenarten

Jetzt identifizierten das Nieders?chsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und das Veterin?runtersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe den Erreger: Suttonella ornithocola. Das Bakterium verursacht eine Lungenentzündung bei V?geln, t?tet jedoch fast ausschlie?lich Meisen – vor allem kleine Meisenarten wie die in Deutschland verbreitete Blaumeise.

Das Bakterium wurde erstmals 1996 in Gro?britannien beschrieben, dort kommt es fl?chendeckend und regelm??ig vor. Ein Massensterben, wie es Vogelexperten derzeit in Deutschland beobachten, zog es dort bislang jedoch nicht nach sich. 2018 wurde Suttonella ornithocola zum ersten Mal im südlichen Nordrhein-Westfalen nachgewiesen. Damals war das Krankheitsbild nur bei einigen Meisen ausgebrochen.

Komme ein neuer Erreger in einem ?kosystem an, k?nne das ?hnlich wie bei einer virologischen Epidemie verlaufen, erkl?rt Lachmann: Erst einmal muss er sich etablieren, sich verbreiten. In der Folge k?nne es zu einem Massensterben kommen, danach verbreite sich der Erreger eher unterschwellig, so die Hoffnung der Vogelschützer.

Social Distancing hilft auch bei Epidemien im Vogelreich

Ihre Aufgaben ist es jetzt herauszufinden, wie genau sich der Erreger verbreitet. Wann flaut das massenhafte Sterben der Blaumeisen ab? Wie schnell und wohin verbreitet sich Suttonella ornithocola? Litten die verstorbenen V?gel?auch an anderen Krankheiten? H?ngt der Ausbruch mit Umwelteinflüssen zusammen?

Um all diese Fragen zu kl?ren, braucht es – analog zur Corona-Krise – vor allem eines: Daten. Dabei ist der Nabu besonders auf die Hilfe von Beobachtungen aus der Bev?lkerung angewiesen. über ein Online-Formular kann jeder kranke oder tote Blaumeisen melden. Bisher wurden die meisten F?lle aus Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Hessen und Thüringen gemeldet, jedoch wurde Suttonella ornithocola auch bereits in Brandenburg nachgewiesen.

Wird nicht verraten
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Und auch bei V?geln wirken Orte, die viele Individuen regelm??ig aufsuchen, wie Brandbeschleuniger für die Ausbreitung des Erregers. Deshalb r?t der Nabu Gartenbesitzern dazu, solche Anziehungspunkte wie Futter- und Badestellen umgehend zu beseitigen.

Der Erreger ist zwar nach jetzigem Kenntnisstand nicht auf Menschen übertragbar, dennoch warnen Ornithologen ohnehin davor, tote Tiere mit blo?en H?nden anzufassen und zu entsorgen: Sie k?nnten andere Krankheitserreger übertragen.

Wie sehr die Best?nde der Blaumeise unter dem Massensterben leiden, ist bisher nicht abzusehen. Das j?hrliche Gartenvogelz?hlen vom 8. bis 10. Mai soll Hinweise geben, hofft Lachmann: ?Dann bekommen wir Daten aus rund 80.000 G?rten überall in Deutschland und k?nnen die mit den Vorjahren vergleichen.“

Der Ornithologe sieht grunds?tzlich sehr verschiedene m?gliche Szenarien: Zwar k?nnten die Best?nde durch hohe Fallzahlen die Vogelart bedrohen, jedoch k?nne auch die geringere Konkurrenz für einen gr??eren Bruterfolg sorgen – womit sich die Best?nde schnell wieder erholten.

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