Rohstoff-Abbau Die verseuchtesten Orte der Erde

Die Organisation ?Pure Earth? listet die schlimmsten Giftorte der Welt. Bergwerksgegenden sind besonders oft betroffen
Norilsk

Norilsk liefert traurige Rekorde in Sachen Umweltverschmutzung. Die russische Stadt ist bekannt für seine Nickelf?rderung?

Schon der Steinzeitmensch hat erkannt, dass in der Erdkruste kostbare Rohstoffe stecken, mit denen sich die Lebensqualit?t gewaltig steigern l?sst. So gruben unsere Vorfahren vor Tausenden von Jahren metertiefe L?cher, um an Feuerstein heranzukommen. Inzwischen hat der menschliche Rohstoffhunger unseren Planeten l?ngst geformt.

Gro?es Verseuchungspotenzial bei Bergbau und Verhüttung

L?cher, Furchen und weitl?ufige Abraumhalden sehen aber nicht nur trostlos aus. Zahllose Abbaust?tten sind Epizentren der Umweltverseuchung, wo giftige S?uren, Schwermetalle und radioaktive Stoffe in B?den und Grundwasser sickern oder mit Gesteinsstaub in die Luft gepustet werden. Die US-Umweltorganisation ?Pure Earth? (vormals Blacksmith Institute) befindet: Bergbau und Verhüttung geh?ren zu jenen Industrien mit dem gr??ten Verseuchungspotenzial überhaupt.

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Entsprechend h?ufig tauchen Bergwerksgegenden auf der ?Pure Earth?-Liste mit den schlimmsten Giftorten weltweit auf. Ob die Anlagen noch in Betrieb sind, spielt dabei kaum eine Rolle. Die Bleimine in Kabwe (Sambia) etwa ist seit 1994 geschlossen, doch das Blei in Boden und Wasser ist noch allgegenw?rtig. Besonders Kinder nehmen es auf, wenn sie drau?en spielen.?

Auch in Kirgisistan ist die Bedrohung ?ererbt?: In der Region um Mailuusuu wurden w?hrend des Kalten Krieges Uranerze abgebaut und verarbeitet. Bis heute gibt es 23 gef?hrliche Deponien in dem erdbebengef?hrdeten Gebiet, manche davon an den Ufern eines Flusses, der ein dicht besiedeltes Gebiet mit Trinkwasser versorgt.

Norilsk beheimatet einen der gr??ten Nickelf?rderer

Traurige Rekorde in Sachen Umweltverschmutzung liefert Norilsk. In der russischen Schwermetallhauptstadt in Mittelsibirien liegt die Lebenserwartung der Arbeiter zehn Jahre unter dem Landesdurchschnitt.?Dort sitzt einer der gr??ten Nickelf?rderer der Welt. Die Firma gilt als gr??ter Einzelluftverschmutzer überhaupt, sie pustet Schwefeldioxid und andere Schadstoffe in die Luft.

Bergbau in den Anden

Giftiger Schlamm: Die Anden bei?La Oroya sind vom Bergbau gezeichnet?

Der Bergbau hat auch die peruanischen Anden gezeichnet. Eines der ?ltesten Abbaugebiete Perus befindet sich bei La Oroya. Untersuchungen zufolge enth?lt die Luft in der Stadt 85- mal so viel Arsen, 41-mal so viel Kadmium und 13-mal so viel Blei wie erlaubt.?

Die Aufz?hlung l?sst sich fortführen – mit Tianying, dem chinesischen Bleizentrum, oder mit Indien, wo die Chromit-Minen von Sukinda exponiert in einem typischen überflutungsgebiet liegen. Und es kommen neue Problemorte hinzu. Nach dem Willen der aktuellen Regierung Brasiliens soll das Amazonasgebiet in Zukunft viel st?rker ausgebeutet werden – es locken Kupfer, Zinn, Nickel, Bauxit, Mangan, Eisenerz und Gold.

Dieser Beitrag stammt aus "P.M. Fragen & Antworten 04/2020". Das Heft k?nnen Sie hier bestellen.

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